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Einführung
Ein Virtual Private Network (VPN) ermöglicht Ihnen die Nutzung nicht vertrauenswürdiger Netzwerke, als ob Sie sich in einem privaten Netzwerk befinden würden. Es bietet Ihnen die Möglichkeit, mit Ihrem Smartphone oder Laptop sicher auf das Internet zuzugreifen, wenn Sie mit einem nicht vertrauenswürdigen Netzwerk, wie dem WLAN in einem Hotel oder Café, verbunden sind.
In Kombination mit HTTPS-Verbindungen können Sie mit diesem Setup Ihre WLAN-Logins und Transaktionen sichern. Sie können geografische Beschränkungen und Zensuren umgehen und Ihren Ort und jeglichen unverschlüsselten HTTP-Verkehr vom nicht vertrauenswürdigen Netzwerk abschirmen.
OpenVPN ist eine vollständige Open-Source-VPN-Lösung mit Transport Layer Security (TLS), die eine breite Palette von Konfigurationen ermöglicht. In diesem Tutorial richten Sie OpenVPN auf einem Ubuntu 20.04-Server ein und konfigurieren es dann so, dass es von einem Client-Computer aus zugänglich ist.
Anmerkung: Wenn Sie planen, einen OpenVPN-Server auf einem the cloud provider-Droplet einzurichten, sollten Sie sich bewusst sein, dass wir, wie viele Hosting-Anbieter, Zusatzgebühren für das Überschreiten des Bandbreitenlimits verrechnen. Bedenken Sie aus diesem Grund, wie viel Datenverkehr Ihr Server verarbeiten kann.
Siehe diese Seite für weitere Informationen.
Voraussetzungen
Um dieser Anleitung zu folgen, benötigen Sie:
- Einen Ubuntu 20.04-Server mit einem Nicht-root-Benutzer mit sudo-Berechtigungen und eine aktivierte Firewall. Um dies einzurichten, können Sie unserem Tutorial Ersteinrichtung des Servers unter Ubuntu 20.04 folgen. In diesem Leitfaden wird dieser als OpenVPN-Server bezeichnet.
- Einen separaten Ubuntu 20.04-Server, der als private Zertifizierungsstelle („Certificate Authority“, CA) eingerichtet ist. Diesen bezeichnen wird in diesem Leitfaden als CA-Server. Um das einzurichten, können Sie nach Ausführung der Schritte aus dem Leitfaden Ersteinrichtung des Servers auf diesem Server den Schritten 1 bis 3 unseres Leitfadens Einrichten und Konfigurieren einer Zertifizierungsstelle (CA) unter Ubuntu 20.04 folgen.
Anmerkung: Obwohl es technisch möglich ist, Ihren OpenVPN-Server oder Ihren lokalen Computer als Ihre CA zu verwenden, wird dies nicht empfohlen, da es Ihr VPN für einige Sicherheitslücken öffnet. Gemäß der offiziellen OpenVPN-Dokumentation sollten Sie Ihre CA auf einem eigenständigen Computer ablegen, der für das Importieren und Signieren von Zertifikatanforderungen bestimmt ist. Aus diesem Grund wird in diesem Leitfaden davon ausgegangen, dass sich Ihre CA auf einem separaten Ubuntu-20.04-Server befindet, der auch einen Nicht-root-Benutzer mit sudo-Rechten und eine einfache Firewall aufweist.
Zusätzlich benötigen Sie einen Client-Computer, den Sie für die Verbindung mit Ihrem OpenVPN-Server verwenden. In diesem Leitfaden nennen wir ihn OpenVPN-Client. Für die Zwecke dieses Tutorials wird empfohlen, dass Sie Ihren lokalen Computer als OpenVPN-Client verwenden.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können Sie mit der Einrichtung und Konfiguration eines OpenVPN-Servers unter Ubuntu 20.04 beginnen.
Anmerkung: Bitte beachten Sie, dass Sie später in diesem Leitfaden beim Übertragen von Dateien zwischen den Servern Schwierigkeiten haben könnten, wenn Sie beim Konfigurieren der Server die Passwort-Authentifizierung deaktivieren. Um dieses Problem zu lösen, könnten Sie auf jedem Server die Passwort-Authentifizierung neu aktivieren. Alternativ könnten Sie für jeden Server ein SSH-Schlüsselpaar erstellen, dann den öffentlichen SSH-Schlüssel des OpenVPN-Servers zur Datei authorized_keys des CA-Computers hinzufügen und umgekehrt. Anweisungen zur Ausführung dieser Lösungen finden Sie unter So richten Sie SSH-Schlüssel unter Ubuntu 20.04 ein.
Schritt 1 — Installieren von OpenVPN und Easy-RSA
Der erste Schritt in diesem Tutorial ist die Installation von OpenVPN und Easy-RSA. Easy-RSA ist ein Verwaltungs-Tool mit öffentlicher Schlüsselinfrastruktur („public key infrastructure“, PKI), das Sie auf dem OpenVPN-Server zum Erzeugen einer Zertifikatanforderung verwenden, die Sie dann auf dem CA-Server verifizieren und signieren.
Aktualisieren Sie zunächst den Paketindex Ihres OpenVPN-Servers und installieren Sie OpenVPN und Easy-RSA. Beide Pakete sind in Standard-Repositorys von Ubuntu verfügbar, sodass Sie apt für die Installation verwenden können:
[environment second]
sudo apt update
sudo apt install openvpn easy-rsa
Als Nächstes müssen Sie ein neues Verzeichnis auf dem OpenVPN-Server als Nicht-root-Benutzer namens ~/easy-rsa erstellen:
[environment second]
mkdir ~/easy-rsa
Jetzt müssen Sie einen Symlink aus dem easyrsa-Skript erstellen, den das Paket in das gerade von Ihnen erstellte Verzeichnis ~/easy-rsa installiert hat:
[environment second]
ln -s /usr/share/easy-rsa/* ~/easy-rsa/
Anmerkung: Während andere Leitfäden Sie möglicherweise anweisen, die Dateien des easy-rsa-Pakets in Ihr PKI-Verzeichnis zu kopieren, verfolgt dieses Tutorial einen Symlink-Ansatz. Infolgedessen werden alle Aktualisierungen des easy-rsa-Pakets automatisch in den Skripten Ihrer PKI wiedergegeben.
Stellen Sie abschließend sicher, dass der Eigentümer des Verzeichnisses Ihr sudo Nicht-root-Benutzer ist und schränken Sie mit chmod den Zugriff für diesen Benutzer ein:
[environment second]
sudo chown <^>sammy<^> ~/easy-rsa
chmod 700 ~/easy-rsa
Sobald diese Programme installiert sind und an die richtigen Orte auf Ihrem System verschoben wurden, besteht der nächste Schritt darin, eine öffentliche Schlüsselinfrastruktur (PKI) auf dem OpenVPN-Server zu erstellen, damit Sie TLS-Zertifikate für Clients und andere Server, die sich mit Ihrem VPN verbinden werden, anfordern und verwalten können.
Schritt 2 — Erstellen einer PKI für OpenVPN
Bevor Sie den privaten Schlüssel und das Zertifikat Ihres OpenVPN-Servers erstellen können, müssen Sie ein lokales Verzeichnis der öffentlichen Schlüsselinfrastruktur auf Ihrem OpenVPN-Server erstellen. Sie verwenden dieses Verzeichnis, um die Zertifikatanforderungen des Servers und der Clients zu verwalten, anstatt sie direkt auf Ihrem CA-Server zu erstellen.
Um ein PKI-Verzeichnis auf Ihrem OpenVPN-Server zu erstellen, müssen Sie eine Datei namens vars mit einigen Standardwerten füllen. Zuerst werden Sie cd in das Verzeichnis easy-rsa, dann werden Sie die Datei vars mit nano oder Ihrem bevorzugten Texteditor erstellen und bearbeiten:
[environment second]
cd ~/easy-rsa
nano vars
Sobald die Datei geöffnet ist, fügen Sie die folgenden beiden Zeilen ein:
[environment second]
[label ~/easy-rsa/vars]
set_var EASYRSA_ALGO "ec"
set_var EASYRSA_DIGEST "sha512"
Das sind die einzigen Zeilen, die Sie in dieser vars-Datei auf Ihrem OpenVPN-Server benötigen, da er nicht als Zertifizierungsstelle verwendet wird. Diese Zeilen stellen sicher, dass Ihre privaten Schlüssel und Zertifikatanforderungen so konfiguriert sind, dass sie moderne Elliptische-Kurven-Kryptografie („Elliptic Curve Cryptography“, ECC) nutzen, um Schlüssel und sichere Signaturen für Ihre Clients und OpenVPN-Server zu erzeugen.
Wenn Sie Ihre OpenVPN- und CA-Server für die Verwendung von ECC konfigurieren, können Client und Server beim Versuch, einen gemeinsamen symmetrischen Schlüssel zu erstellen, Algorithmen für elliptische Kurven für den Austausch verwenden. Die Verwendung von ECC für einen Schlüsselaustausch ist wesentlich schneller als die Verwendung von einfachem Diffie-Hellman mit dem klassischen RSA-Algorithmus, da die Zahlen viel kleiner und die Berechnungen schneller sind.
Hintergrund: Wenn Clients sich mit OpenVPN verbinden, verwenden sie asymmetrische Verschlüsselung (auch bekannt als öffentlicher/privater Schlüssel), um einen TLS-Handshake auszuführen. Wenn der Server und Clients jedoch verschlüsselten VPN-Verkehr übertragen, verwenden sie symmetrische Verschlüsselung, die auch als geteilte Schlüssel-Verschlüsselung bekannt ist.
Im Vergleich zu asymmetrischer Verschlüsselung ist der Rechenaufwand bei symmetrischer Verschlüsselung viel geringer: Die verwendeten Zahlen sind wesentlich kleiner und moderne CPUs integrieren Anweisungen für die Ausführung optimierter symmetrischer Verschlüsselungsoperationen. Für den Wechsel von asymmetrischer zu symmetrischer Verschlüsselung verwenden der OpenVPN-Server und der Client den Algorithmus Elliptic Curve Diffie-Hellman (ECDH), um so schnell wie möglich einen geteilten geheimen Schlüssel zu akzeptieren.
Sobald Sie die vars-Datei gefüllt haben, können Sie mit der Erstellung des PKI-Verzeichnisses fortfahren. Führen Sie dazu das Skript easyrsa mit der Option init-pki aus. Obwohl Sie diesen Befehl als Teil der Voraussetzungen bereits auf dem CA-Server ausgeführt haben, ist es notwendig, diesen auch hier auszuführen, da Ihr OpenVPN-Server und der CA-Server separate PKI-Verzeichnisse haben:
[environment second]
./easyrsa init-pki
Beachten Sie, dass auf Ihrem OpenVPN-Server keine Zertifizierungsstelle erstellt werden muss. Ausschließlich Ihr CA-Server ist für die Validierung und Signierung von Zertifikaten zuständig. Die PKI auf Ihrem VPN-Server dient nur als praktischer und zentralisierter Ort zum Speichern von Zertifikatanforderungen und öffentlichen Zertifikaten.
Nachdem Sie Ihre PKI auf dem OpenVPN-Server initialisiert haben, können Sie zum nächsten Schritt, dem Erstellen einer OpenVPN-Server-Zertifikatanforderung und eines privaten Schlüssels, übergehen.
Schritt 3 — Erstellen einer OpenVPN-Server-Zertifikatanforderung und eines privaten Schlüssels
Nachdem Ihr OpenVPN-Server nun alle Voraussetzungen installiert hat, besteht der nächste Schritt darin, auf Ihrem OpenVPN-Server einen privaten Schlüssel und eine Zertifikatsignieranforderung („Certificate Signing Request“, CSR) zu erstellen. Danach übertragen Sie die Anforderung zum Signieren an Ihre CA, sodass das erforderliche Zertifikat erstellt wird. Sobald Sie ein signiertes Zertifikat haben, übertragen Sie es zurück zum OpenVPN-Server und installieren es für die Nutzung durch den Server.
Navigieren Sie zunächst als Ihr Nicht-root-Benutzer zum ~/easy-rsa-Verzeichnis auf Ihrem OpenVPN-Server:
[environment second]
cd ~/easy-rsa
Nun rufen Sie das easyrsa mit der Option gen-req auf, gefolgt von einem geläufigen Namen, dem Common Name (CN), für den Computer. Sie können den CN frei auswählen, aber es kann hilfreich sein, eine aussagekräftige Bezeichnung zu wählen. In diesem Tutorial ist der CN des OpenVPN-Servers server. Achten Sie darauf, auch die Option nopass einzubeziehen. Wenn das nicht geschieht, wird die Anforderungsdatei passwortgeschützt, was später zu Berechtigungsproblemen führen könnte.
Anmerkung: Wenn Sie hier einen anderen Namen als server wählen, müssen Sie einige der nachstehenden Anweisungen anpassen. Wenn Sie beispielsweise die erzeugten Dateien in das Verzeichnis /etc/openvpn kopieren, müssen Sie die richtigen Namen einfügen. Sie müssen auch später die Datei /etc/openvpn/server.conf ändern, um auf die richtigen .crt– und .key-Dateien zu verweisen.
[environment second]
./easyrsa gen-req <^>server<^> nopass
[environment second]
[secondary_label Output]
Common Name (eg: your user, host, or server name) [server]:
Keypair and certificate request completed. Your files are:
req: /home/sammy/easy-rsa/pki/reqs/server.req
key: /home/sammy/easy-rsa/pki/private/server.key
Dadurch wird ein privater Schlüssel für den Server und eine Zertifikatanforderungsdatei namens server.req erstellt. Kopieren Sie den Serverschlüssel in das Verzeichnis /etc/openvpn/server:
[environment second]
sudo cp /home/sammy/easy-rsa/pki/private/server.key /etc/openvpn/server/
Nach dem Ausführen dieser Schritte haben Sie erfolgreich einen privaten Schlüssel für Ihren OpenVPN-Server erstellt. Sie haben auch eine Zertifikatsignieranforderung für den OpenVPN-Server generiert. Die CSR ist nun zur Signierung durch Ihre CA bereit. Im nächsten Abschnitt dieses Tutorials lernen Sie, wie eine CSR mit dem privaten Schlüssel Ihres CA-Servers signiert wird.
Schritt 4 — Signieren der Zertifikatanforderung des OpenVPN-Servers
Im vorherigen Schritt haben Sie eine Zertifikatsignieranforderung (CSR) und einen privaten Schlüssel für den OpenVPN-Server erstellt. Nun muss der CA-Server von dem server-Zertifikat erfahren und es validieren. Sobald die CA das Zertifikat validiert und an den OpenVPN-Server zurückleitet, können Clients, die Ihrer CA vertrauen, auch dem OpenVPN-Server vertrauen.
Verwenden Sie als Nicht-root-Benutzer SCP oder eine andere Übertragungsmethode auf dem OpenVPN-Server, um die Zertifikatanforderung server.req zur Signierung an den CA-Server zu kopieren:
[environment second]
scp /home/sammy/easy-rsa/pki/reqs/server.req <^>sammy<^>@<^>your_ca_server_ip<^>:/tmp
Wenn Sie der Voraussetzung Einrichten und Konfigurieren einer Zertifizierungsstelle (CA) unter Ubuntu 20.04 gefolgt sind, besteht der nächste Schritt darin, sich beim CA-Server als Nicht-root-Benutzer anzumelden, den Sie für die Verwaltung Ihrer CA erstellt haben. Sie verwenden cd für das Verzeichnis ~/easy-rsa, in dem Sie Ihren PK erstellt haben, und importieren dann die Zertifikatanforderung mit dem Skript easyrsa:
[environment third]
cd ~/easy-rsa
./easyrsa import-req /tmp/server.req server
[environment third]
[secondary_label Output]
. . .
The request has been successfully imported with a short name of: server
You may now use this name to perform signing operations on this request.
Signieren Sie die Anforderung, indem Sie das easyrsa-Skript mit der Option sign-req ausführen, gefolgt vom Anforderungstyp und dem geläufigen Namen. Der Anforderungstyp kann entweder client oder server sein. Da wir mit der Zertifikatanforderung des OpenVPN-Servers arbeiten, muss der Anforderungstyp server verwendet werden:
[environment third]
./easyrsa sign-req server <^>server<^>
In der Ausgabe werden Sie zur Überprüfung aufgefordert, ob die Anfrage von einer vertrauenswürdigen Quelle stammt. Geben Sie yes ein und drücken Sie ENTER zur Bestätigung:
[environment third]
[secondary_label Output]
You are about to sign the following certificate.
Please check over the details shown below for accuracy. Note that this request
has not been cryptographically verified. Please be sure it came from a trusted
source or that you have verified the request checksum with the sender.
Request subject, to be signed as a server certificate for 3650 days:
subject=
commonName = <^>server<^>
Type the word 'yes' to continue, or any other input to abort.
Confirm request details: yes
. . .
Certificate created at: /home/sammy/easy-rsa/pki/issued/server.crt
Beachten Sie, dass Sie an dieser Stelle zur Eingabe Ihres Passworts aufgefordert werden, falls Sie Ihren privaten CA-Schlüssel verschlüsselt haben.
Nach Abschluss dieser Schritte haben Sie die Zertifikatanforderung des OpenVPN-Servers mit dem privaten Schlüssel des CA-Servers signiert. Die resultierende Datei server.crt enthält den öffentlichen Verschlüsselungs-Schlüssel des OpenVPN-Servers sowie eine Signatur des CA-Servers. Der Sinn der Signatur besteht darin, jedem, der dem CA-Server vertraut, mitzuteilen, dass er auch dem OpenVPN-Server vertrauen kann, wenn er sich mit ihm verbindet.
Um die Konfiguration der Zertifikate abzuschließen, kopieren Sie die Dateien server.crt und ca.crt vom CA-Server auf den OpenVPN-Server:
[environment third]
scp pki/issued/server.crt <^>sammy<^>@<^>your_vpn_server_ip<^>:/tmp
scp pki/ca.crt <^>sammy<^>@<^>your_vpn_server_ip<^>:/tmp
Zurück auf Ihrem OpenVPN-Server kopieren Sie die Dateien nun von /tmp nach /etc/openvpn/server:
[environment second]
sudo cp /tmp/{server.crt,ca.crt} /etc/openvpn/server
Nun ist Ihr OpenVPN-Server fast bereit, Verbindungen zu akzeptieren. Als Nächstes führen Sie einige zusätzliche Schritte aus, um die Sicherheit des Servers zu erhöhen.
Schritt 5 — Konfigurieren von kryptografischem OpenVPN-Material
Für eine Extraportion Sicherheit fügen wir einen zusätzlichen gemeinsamen geheimen Schlüssel hinzu, den der Server und alle Clients mit der Anweisung tls-crypt des OpenVPN verwenden. Diese Option wird genutzt, um das TLS-Zertifikat zu verdecken, das bei der Erstverbindung eines Servers und Clients verwendet wird. Sie wird auch vom OpenVPN-Server dazu genutzt, schnelle Kontrollen bei eingehenden Paketen durchzuführen: Wenn ein Paket mit dem gemeinsamen Schlüssel signiert ist, wird es vom Server verarbeitet. Wenn es nicht signiert ist, weiß der Server, dass es aus einer nicht vertrauenswürdigen Quelle stammt und kann es verwerfen, ohne es zusätzlich entschlüsseln zu müssen.
Diese Option hilft sicherzustellen, dass Ihr OpenVPN-Server in der Lage ist, mit nicht authentifiziertem Datenverkehr, Port-Scans und Denial-of-Service-Angriffen umzugehen, die Serverressourcen binden können. Auch die Identifizierung des Netzwerkverkehrs mit OpenVPN wird hierdurch erschwert.
Um den gemeinsamen tls-crypt-Schlüssel zu generieren, führen Sie Folgendes auf dem OpenVPN-Server im Verzeichnis ~/easy-rsa aus:
[environment second]
cd ~/easy-rsa
openvpn --genkey --secret ta.key
Das Ergebnis ist eine Datei namens ta.key. Kopieren Sie diese in das Verzeichnis /etc/openvpn/server/:
[environment second]
sudo cp ta.key /etc/openvpn/server
Nachdem diese Dateien auf dem OpenVPN-Server vorhanden sind, können Sie Client-Zertifikate und Schlüsseldateien für Ihre Benutzer erstellen, die Sie für die Verbindung mit dem VPN verwenden.
Schritt 6 — Generieren eines Client-Zertifikats und eines Schlüsselpaars
Sie können zwar einen privaten Schlüssel und eine Zertifikatanforderung auf Ihrem Client-Computer erstellen und dann zwecks Signierung zur CA senden, aber dieser Leitfaden beschreibt einen Prozess zum Generieren der Zertifikatanforderung auf dem Server. Der Vorteil besteht darin, dass wir ein Skript erstellen können, das automatisch Client-Konfigurationsdateien generiert, die alle benötigten Schlüssel und Zertifikate enthalten. Damit können Sie vermeiden, dass Schlüssel, Zertifikate und Konfigurationsdateien an Clients übertragen werden müssen, und der Prozess des Verbindungsaufbaus zum VPN wird gestrafft.
In diesem Leitfaden generieren wir einen einzelnen Client-Schlüssel und ein Zertifikatpaar. Wenn Sie mehr als einen Client haben, können Sie diesen Prozess für jeden Client wiederholen. Bitte beachten Sie allerdings, dass Sie für jeden Client einen eindeutigen Namenswert an das Skript übergeben müssen. In diesem Tutorial wird das erste Zertifikat/Schlüsselpaar als client1 bezeichnet.
Beginnen Sie, indem Sie eine Verzeichnisstruktur in Ihrem Stammverzeichnis erstellen, um das Client-Zertifikat und die Schlüsseldateien zu speichern:
[environment second]
mkdir -p ~/client-configs/keys
Da Sie das Zertifikat/die Schlüsselpaare Ihrer Clients und die Konfigurationsdateien in diesem Verzeichnis speichern, sollten Sie als Sicherheitsmaßnahme die Berechtigungen jetzt sperren:
[environment second]
chmod -R 700 ~/client-configs
Navigieren Sie als Nächstes zurück zum EasyRSA-Verzeichnis und führen Sie das easyrsa-Skript mit den Optionen gen-req und nopass zusammen mit dem geläufigen Namen für den Client aus:
[environment second]
cd ~/easy-rsa
./easyrsa gen-req <^>client1<^> nopass
Drücken Sie ENTER, um den geläufigen Namen zu bestätigen. Kopieren Sie dann die Datei client1.key in das zuvor erstellte Verzeichnis ~/client-configs/keys/:
[environment second]
cp pki/private/client1.key ~/client-configs/keys/
Als Nächstes übertragen Sie die Datei client1.req mit einer sicheren Methode auf Ihren CA-Server:
[environment second]
scp pki/reqs/client1.req <^>sammy<^>@<^>your_ca_server_ip<^>:/tmp
Melden Sie sich nun bei Ihrem CA-Server an. Navigieren Sie dann zum EasyRSA-Verzeichnis und importieren Sie die Zertifikatanforderung:
[environment third]
cd ~/easy-rsa
./easyrsa import-req /tmp/client1.req client1
Signieren Sie dann die Anforderung, wie Sie dies im vorherigen Schritt für den Server getan haben. Dieses Mal muss jedoch der Anforderungstyp client angegeben werden:
[environment third]
./easyrsa sign-req client <^>client1<^>
Geben Sie bei der Eingabeaufforderung yes ein, um zu bestätigen, dass Sie beabsichtigen, die Zertifikatanforderung zu signieren, und dass sie aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt:
[environment third]
[secondary_label Output]
Type the word 'yes' to continue, or any other input to abort.
Confirm request details: <^>yes<^>
Wenn Sie Ihren CA-Schlüssel verschlüsselt haben, werden Sie erneut zur Eingabe Ihres Passworts aufgefordert.
Damit wird ein Client-Zertifikat namens client1.crt erstellt. Übertragen Sie diese Datei wieder auf den Server:
[environment third]
scp pki/issued/client1.crt <^>sammy<^>@<^>your_server_ip<^>:/tmp
Zurück auf Ihrem OpenVPN-Server kopieren Sie das Client-Zertifikat in das Verzeichnis ~/client-configs/keys/:
[environment second]
cp /tmp/client1.crt ~/client-configs/keys/
Kopieren Sie dann auch die Dateien ca.crt und ta.key in das Verzeichnis ~/client-configs/keys/ und legen Sie die entsprechenden Berechtigungen für Ihren sudo-Benutzer fest:
[environment second]
cp ~/easy-rsa/ta.key ~/client-configs/keys/
sudo cp /etc/openvpn/server/ca.crt ~/client-configs/keys/
sudo chown <^>sammy<^>.<^>sammy<^> ~/client-configs/keys/*
Damit wurden alle Zertifikate des Servers und Clients sowie alle Schlüssel generiert und in den entsprechenden Verzeichnissen auf Ihrem OpenVPN-Server gespeichert. Es gibt noch einige Aktionen, die mit diesen Dateien ausgeführt werden müssen, aber diese werden in einem späteren Schritt beschrieben. Vorerst können Sie mit der Konfiguration des OpenVPN fortfahren.
Schritt 7 — Konfigurieren von OpenVPN
Wie viele andere weit verbreitete Open-Source-Tools bietet auch OpenVPN eine Vielzahl von Konfigurationsoptionen an, mit denen Sie Ihren Server Ihren spezifischen Bedürfnissen anpassen können. In diesem Abschnitt erhalten Sie Anweisungen zum Einrichten eines OpenVPN auf der Grundlage einer der Beispielkonfigurationsdateien, die in der Dokumentation dieser Software enthalten sind.
Kopieren Sie zunächst die Beispieldatei server.conf als Ausgangspunkt für Ihre eigene Konfigurationsdatei:
[environment second]
sudo cp /usr/share/doc/openvpn/examples/sample-config-files/server.conf.gz /etc/openvpn/server/
sudo gunzip /etc/openvpn/server/server.conf.gz
Öffnen Sie die neue Datei zum Bearbeiten mit dem Texteditor Ihrer Wahl. Wir verwenden in unserem Beispiel nano:
[environment second]
sudo nano /etc/openvpn/server/server.conf
Wir müssen einige Zeilen in dieser Datei ändern. Finden Sie zunächst den HMAC-Abschnitt der Konfiguration, indem Sie nach der Anweisung tls-auth suchen. Diese Zeile sollte unkommentiert sein. Kommentieren Sie sie aus, indem Sie am Anfang der Zeile ein ; einfügen. Fügen Sie dann hinter diese eine neue Zeile hinzu, die nur den Wert tls-crypt ta.key enthält:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
<^>;<^>tls-auth ta.key 0 # This file is secret
<^>tls-crypt ta.key<^>
Als Nächstes lokalisieren Sie den Abschnitt über kryptografische Chiffren, indem Sie nach den cipher-Zeilen suchen. Der Standardwert ist auf AES-256-CBC eingestellt. Die Chiffrierung mit AES-256-GCM bietet jedoch ein höheres Niveau an Verschlüsselung und Leistung und wird von modernen OpenVPN-Clients gut unterstützt. Wir kommentieren den Standardwert aus, indem wir am Anfang dieser Zeile ein ;-Zeichen einfügen. Nach dieser fügen wir eine weitere Zeile hinzu, die den aktualisierten Wert von AES-256-GCM enthält:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
<^>;<^>cipher AES-256-CBC
<^>cipher AES-256-GCM<^>
Fügen Sie direkt hinter dieser Zeile eine auth-Anweisung hinzu, um den Digestalgorithmus der HMAC-Nachricht auszuwählen. Dafür ist SHA256 eine gute Wahl:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
<^>auth SHA256<^>
Suchen Sie als Nächstes nach der Zeile mit der Anweisung dh, die Diffie-Hellman-Parameter definiert. Da wir alle Zertifikate so konfiguriert haben, dass sie die Elliptische-Kurven-Kryptografie verwenden, ist eine Diffie-Hellman-Seed-Datei nicht erforderlich. Kommentieren Sie die bestehende Zeile aus, die wie dh dh2048.pem oder dh dh.pem aussieht. Der Dateiname für den Diffie-Hellman-Schlüssel kann anders sein als die in der Beispielkonfigurationsdatei des Servers. Fügen Sie dann nach dieser eine Zeile mit dem Inhalt dh none hinzu:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
<^>;<^>dh dh2048.pem
<^>dh none<^>
Als Nächstes möchten wir, dass OpenVPN nach seinem Start ohne Berechtigungen läuft. Daher müssen wir ihm sagen, dass es mit einem Benutzer nobody und einer Gruppe nobody läuft. Um dies zu aktivieren, finden Sie die Zeilen mit user nobody und group nogroup und heben Sie die Auskommentierung auf, indem Sie das ;-Zeichen am Anfang jeder Zeile entfernen:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
user nobody
group nogroup
(Optional) DNS-Änderungen mithilfe von Push übertragen, um den gesamten Verkehr durch das VPN umzuleiten
Mit den obigen Einstellungen wird die VPN-Verbindung zwischen Ihrem Client und Server erstellt, die Verbindungen werden allerdings nicht zur Nutzung des Tunnels gezwungen. Wenn Sie das VPN verwenden möchten, um Ihren gesamten Client-Verkehr über das VPN zu leiten, sollten Sie wahrscheinlich einige zusätzliche Einstellungen mithilfe von Push an die Client-Computer übertragen.
Finden Sie hierzu die Zeile mit push "redirect-gateway def1 bypass-dhcp" und kommentieren Sie sie aus. Dadurch wird Ihr Client angewiesen, seinen gesamten Verkehr über Ihren OpenVPN-Server umzuleiten. Beachten Sie, dass die Aktivierung dieser Funktionalität Verbindungsprobleme mit anderen Netzwerkdiensten wie SSH verursachen kann:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
push "redirect-gateway def1 bypass-dhcp"
Direkt unter dieser Zeile finden Sie den Abschnitt dhcp-option. Entfernen Sie erneut das ; zu Beginn der beiden Zeilen, um sie auszukommentieren:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
push "dhcp-option DNS <^>208.67.222.222<^>"
push "dhcp-option DNS <^>208.67.220.220<^>"
Diese Zeilen weisen Ihren Client an, die kostenlosen OpenDNS-Resolver unter den aufgelisteten IP-Adressen zu verwenden. Wenn Sie andere DNS-Resolver bevorzugen, können Sie diese an Stelle der hervorgehobenen IPs einsetzen.
Dadurch werden die Clients bei der Neukonfigurierung ihrer DNS-Einstellungen unterstützt, damit der VPN-Tunnel als Standard-Gateway verwendet werden kann.
(Optional) Anpassung des Ports und Protokolls
Standardmäßig verwendet der OpenVPN-Server Port 1194 und das UDP-Protokoll, um Client-Verbindungen zu akzeptieren. Wenn Sie aufgrund von restriktiven Netzwerkumgebungen, in denen sich Ihre Clients eventuell befinden, einen anderen Port verwenden müssen, können Sie die Option port ändern. Wenn Sie auf Ihrem OpenVPN-Server keine Web-Inhalte hosten, ist Port 443 eine gängige Wahl, da er üblicherweise von den Firewall-Regeln zugelassen wird.
Um OpenVPN so zu ändern, dass es auf Port 443 lauscht, öffnen Sie die Datei server.conf und suchen Sie die Zeile, die wie folgt aussieht:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
port 1194
Bearbeiten Sie sie entsprechend, damit der Port 443 ist:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
# Optional!
port <^>443<^>
Häufig ist das Protokoll auch auf diesen Port beschränkt. Finden Sie in diesem Fall die proto-Zeile unterhalb der port-Zeile und ändern Sie das Protokoll von udp zu tcp:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
# Optional!
proto <^>tcp<^>
Wenn Sie das Protokoll tatsächlich in TCP ändern, müssen Sie den Wert der Anweisung explicit-exit-notify von 1 auf 0 ändern, da diese Anweisung nur von UDP verwendet wird. Wenn dies während der Verwendung von TCP nicht befolgt wird, treten beim Starten des OpenVPN-Dienstes Fehler auf.
Finden Sie die Zeile explicit-exit-notify am Ende der Datei und ändern Sie den Wert auf 0:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
# Optional!
explicit-exit-notify <^>0<^>
Wenn Sie keinen anderen Port und kein anderes Protokoll verwenden müssen, ist es am besten, diese Einstellungen in ihren Standardeinstellungen zu belassen.
(Optional) Auf nicht standardmäßige Anmeldedaten verweisen
Wenn Sie zuvor beim Befehl ./easyrsa gen-req server einen anderen Namen gewählt haben, ändern Sie die Zeilen cert und key in der Konfigurationsdatei server.conf, damit sie auf die entsprechenden Dateien .crt und .key verweisen. Wenn Sie den Standardnamen, server, verwendet haben, ist dies bereits korrekt festgelegt:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
cert <^>server<^>.crt
key <^>server<^>.key
Wenn Sie dies abgeschlossen haben, speichern und schließen Sie die Datei.
Sie haben nun die Konfiguration der allgemeinen Einstellungen Ihres OpenVPN abgeschlossen. Im nächsten Schritt passen wir die Netzwerkoptionen des Servers an.
Schritt 8 — Anpassen der Netzwerkkonfiguration des OpenVPN-Servers
Es gibt einige Aspekte der Netzwerkkonfiguration des Servers, die optimiert werden müssen, damit OpenVPN den Verkehr korrekt durch das VPN leiten kann. Als Erstes muss die *IP-Weiterleitung* angepasst werden, eine Methode zur Bestimmung, wohin der IP-Verkehr geleitet werden sollte. Diese Änderung ist für die von Ihrem Server bereitgestellte VPN-Funktionalität von entscheidender Bedeutung.
Um die standardmäßige IP-Weiterleitungseinstellung Ihres OpenVPN-Servers anzupassen, öffnen Sie die Datei /etc/sysctl.conf mit nano oder Ihrem bevorzugten Editor:
[environment second]
sudo nano /etc/sysctl.conf
Fügen Sie dann am Ende der Datei folgende Zeile hinzu:
[environment second]
[label /etc/sysctl.conf]
net.ipv4.ip_forward = 1
Wenn Sie fertig sind, speichern und schließen Sie die Datei.
Um die Datei zu lesen und die Werte für die aktuelle Sitzung zu laden, geben Sie Folgendes ein:
[environment second]
sudo sysctl -p
[environment second]
[secondary_label Output]
net.ipv4.ip_forward = 1
Jetzt kann Ihr OpenVPN-Server eingehenden Datenverkehr von einem Ethernet-Gerät auf ein anderes weiterleiten. Diese Einstellung stellt sicher, dass der Server den Datenverkehr von Clients, die sich über die virtuelle VPN-Schnittstelle verbinden, über seine anderen physischen Ethernet-Geräte hinausleiten kann. Diese Konfiguration leitet den gesamten Webverkehr von Ihrem Client über die IP-Adresse Ihres Servers und die öffentliche IP-Adresse Ihres Clients wird effektiv verborgen.
Im nächsten Schritt müssen Sie einige Firewall-Regeln konfigurieren, um sicherzustellen, dass der Verkehr zu und von Ihrem OpenVPN-Server korrekt fließt.
Schritt 9 — Konfigurieren der Firewall
Bis hierher haben Sie OpenVPN auf Ihrem Server installiert, konfiguriert und die Schlüssel und Zertifikate generiert, die für Ihren Client für den Zugriff auf das VPN benötigt werden. Sie haben OpenVPN jedoch noch keine Anweisungen gegeben, wohin eingehender Webverkehr von Clients gesendet werden soll. Sie können festlegen, wie der Server mit dem Client-Verkehr umgehen soll, indem Sie einige Firewall-Regeln und Leitungskonfigurationen festlegen.
Wenn Sie den Voraussetzungen am Anfang dieses Tutorials gefolgt sind, sollte ufw bereits installiert sein und auf Ihrem Server laufen. Um OpenVPN über die Firewall zuzulassen, müssen Sie Tarnung aktivieren, ein iptables-Konzept, das Network Address Translation (NAT) bei Bedarf bereitstellt, um Client-Verbindungen korrekt weiterzuleiten.
Bevor die Firewall-Konfigurationsdatei geöffnet wird, um Masquerading-Regeln hinzuzufügen, müssen Sie zunächst die öffentliche Netzwerkschnittstelle Ihres Computers finden. Dazu geben Sie Folgendes ein:
[environment second]
ip route list default
Ihre öffentliche Schnittstelle ist die in der Ausgabe dieses Befehls enthaltene Zeichenfolge, die dem Wort „dev“ folgt. Dieses Ergebnis zeigt beispielsweise die im Folgenden hervorgehobene Schnittstelle eth0 an:
[environment second]
[secondary_label Output]
default via 159.65.160.1 dev <^>eth0<^> proto static
Wenn Sie die mit Ihrer Standardroute verknüpfte Schnittstelle gefunden haben, öffnen Sie die Datei /etc/ufw/before.rules, um die entsprechende Konfiguration hinzuzufügen:
[environment second]
sudo nano /etc/ufw/before.rules
UFW-Regeln werden typischerweise mit dem Befehl ufw hinzugefügt. Regeln, die jedoch in der Datei before.rules aufgeführt sind, werden gelesen und implementiert, bevor die herkömmlichen UFW-Regeln geladen werden. Fügen Sie im oberen Teil der Datei die nachstehend hervorgehobenen Zeilen hinzu. Damit wird die Standardrichtlinie für die POSTROUTING-Kette in der Tabelle nat festgelegt und für jeden vom VPN eingehenden Verkehr ein Masquerading ausgeführt. Denken Sie daran, <^>eth0<^> in der nachstehenden Zeile -A POSTROUTING durch die im obigen Befehl angegebene Schnittstelle zu ersetzen:
[label /etc/ufw/before.rules]
#
# rules.before
#
# Rules that should be run before the ufw command line added rules. Custom
# rules should be added to one of these chains:
# ufw-before-input
# ufw-before-output
# ufw-before-forward
#
<^># START OPENVPN RULES<^>
<^># NAT table rules<^>
<^>*nat<^>
<^>:POSTROUTING ACCEPT [0:0]<^>
<^># Allow traffic from OpenVPN client to <^>eth0<^> (change to the interface you discovered!)<^>
<^>-A POSTROUTING -s 10.8.0.0/8 -o <^>eth0<^> -j MASQUERADE<^>
<^>COMMIT<^>
<^># END OPENVPN RULES<^>
# Don't delete these required lines, otherwise there will be errors
*filter
. . .
Wenn Sie fertig sind, speichern und schließen Sie die Datei.
Als Nächstes müssen Sie UFW mitteilen, weitergeleitete Pakete standardmäßig zuzulassen. Dazu öffnen Sie die Datei /etc/default/ufw:
sudo nano /etc/default/ufw
Lokalisieren Sie dort die Anweisung DEFAULT_FORWARD_POLICY und ändern Sie den Wert von DROP auf ACCEPT:
[label /etc/default/ufw]
DEFAULT_FORWARD_POLICY="<^>ACCEPT<^>"
Wenn Sie fertig sind, speichern und schließen Sie die Datei.
Passen Sie dann die Firewall an, um den Verkehr zu OpenVPN zuzulassen. Wenn Sie den Port und das Protokoll in der Datei /etc/openvpn/server.conf nicht geändert haben, müssen Sie den UDP-Verkehr auf Port 1194 öffnen. Wenn Sie den Port und/oder das Protokoll modifiziert haben, ersetzen Sie die hier ausgewählten Werte.
Sollten Sie vergessen haben, während der Ausführung des Tutorials in den Voraussetzungen den SSH-Port hinzuzufügen, fügen Sie ihn hier hinzu:
sudo ufw allow <^>1194<^>/<^>udp<^>
sudo ufw allow OpenSSH
Deaktivieren und reaktivieren Sie nach Hinzufügen dieser Regeln die UFW, um sie neu zu starten. Laden Sie die Änderungen von allen von Ihnen modifizierten Dateien:
sudo ufw disable
sudo ufw enable
Ihr Server ist jetzt so konfiguriert, dass der OpenVPN-Verkehr korrekt abgewickelt werden kann. Wenn die Firewall-Regeln eingerichtet sind, können wir den OpenVPN-Dienst auf dem Server starten.
Schritt 10 — Starten des OpenVPN
OpenVPN läuft als Systemd-Dienst, sodass wir systemctl verwenden können, um es zu verwalten. Wir konfigurieren OpenVPN, um beim Booten zu starten, sodass Sie sich jederzeit mit Ihrem VPN verbinden können, solange Ihr Server läuft. Aktivieren Sie dazu den OpenVPN-Dienst, indem Sie ihn zu systemctl hinzufügen:
[environment second]
sudo systemctl -f enable openvpn-server@server.service
Starten Sie dann den OpenVPN-Dienst:
[environment second]
sudo systemctl start openvpn-server@server.service
Überprüfen Sie nochmals mit dem folgenden Befehl, ob der OpenVPN-Dienst aktiv ist. Sie sollten in der Ausgabe active (running) sehen:
[environment second]
sudo systemctl status openvpn-server@server.service
[environment second]
[secondary_label Output]
● openvpn-server@server.service - OpenVPN service for server
Loaded: loaded (/lib/systemd/system/openvpn-server@.service; enabled; vendor preset: enabled)
Active: active (running) since Wed 2020-04-29 15:39:59 UTC; 6s ago
Docs: man:openvpn(8)
https://community.openvpn.net/openvpn/wiki/Openvpn24ManPage
https://community.openvpn.net/openvpn/wiki/HOWTO
Main PID: 16872 (openvpn)
Status: "Initialization Sequence Completed"
Tasks: 1 (limit: 1137)
Memory: 1.0M
CGroup: /system.slice/system-openvpn\x2dserver.slice/openvpn-server@server.service
└─16872 /usr/sbin/openvpn --status /run/openvpn-server/status-server.log --status-version 2 --suppress-timestamps --c>
. . .
. . .
Apr 29 15:39:59 ubuntu-20 openvpn[16872]: Initialization Sequence Completed
Wir haben nun die serverseitige Konfiguration für OpenVPN abgeschlossen. Als Nächstes konfigurieren Sie Ihren Client-Computer und verbinden sich mit dem OpenVPN-Server.
Schritt 11 — Erstellen der Client-Konfigurationsinfrastruktur
Das Erstellen von Konfigurationsdateien für OpenVPN-Clients kann etwas komplex sein, da jeder Client seine eigene Konfiguration haben muss, die sich mit den in der Konfigurationsdatei des Servers aufgeführten Einstellungen decken muss. Anstatt eine einzige Konfigurationsdatei zu erstellen, die nur auf einem Client verwendet werden kann, wird in diesem Schritt ein Prozess zur Erstellung einer Client-Konfigurationsinfrastruktur beschrieben, mit der Sie dynamisch Konfigurationsdateien generieren können. Sie erstellen zunächst eine „Basis“-Konfigurationsdatei und dann ein Skript, mit dem Sie je nach Bedarf eindeutige Client-Konfigurationsdateien, Zertifikate und Schlüssel generieren können.
Beginnen Sie, indem Sie ein neues Verzeichnis anlegen, in dem Sie Client-Konfigurationsdateien in dem zuvor erstellten Verzeichnis client-configs speichern:
[environment second]
mkdir -p ~/client-configs/files
Kopieren Sie dann ein Client-Konfigurationsbeispiel als Basiskonfiguration in das Verzeichnis client-configs:
[environment second]
cp /usr/share/doc/openvpn/examples/sample-config-files/client.conf ~/client-configs/base.conf
Öffnen Sie diese neue Datei mit nano oder Ihrem bevorzugten Texteditor:
[environment second]
nano ~/client-configs/base.conf
Lokalisieren Sie die Anweisung remote. Damit wird der Client auf Ihre OpenVPN-Serveradresse verwiesen – die öffentliche IP-Adresse Ihres OpenVPN-Servers. Wenn Sie beschlossen haben, den Port zu ändern, auf dem der OpenVPN-Server lauscht, müssen Sie außerdem 1194 auf den von Ihnen ausgewählten Port ändern:
[environment second]
[label ~/client-configs/base.conf]
. . .
# The hostname/IP and port of the server.
# You can have multiple remote entries
# to load balance between the servers.
remote <^>your_server_ip<^> <^>1194<^>
. . .
Vergewissern Sie sich, dass das Protokoll mit dem Wert übereinstimmt, den Sie in der Serverkonfiguration verwenden:
[environment second]
[label ~/client-configs/base.conf]
proto <^>udp<^>
Als Nächstes kommentieren Sie die Anweisungen user und group aus, indem Sie das ;-Zeichen am Anfang jeder Zeile entfernen:
[environment second]
[label ~/client-configs/base.conf]
# Downgrade privileges after initialization (non-Windows only)
user nobody
group nogroup
Lokalisieren Sie die Anweisungen, die ca, cert und key festlegen. Kommentieren Sie diese Anweisungen aus, da Sie die Zertifikate und Schlüssel in der Datei selbst hinzufügen werden:
[environment second]
[label ~/client-configs/base.conf]
# SSL/TLS parms.
# See the server config file for more
# description. It's best to use
# a separate .crt/.key file pair
# for each client. A single ca
# file can be used for all clients.
<^>;<^>ca ca.crt
<^>;<^>cert client.crt
<^>;<^>key client.key
Kommentieren Sie in ähnlicher Weise die Anweisung tls-auth aus, da Sie ta.key direkt in die Client-Konfigurationsdatei einfügen werden (und der Server zur Nutzung von tls-crypt eingerichtet ist):
[environment second]
[label ~/client-configs/base.conf]
# If a tls-auth key is used on the server
# then every client must also have the key.
<^>;<^>tls-auth ta.key 1
Verwenden Sie dieselben Einstellungen für cipher und auth, die Sie in der Datei /etc/openvpn/server/server.conf festgelegt haben:
[environment second]
[label ~/client-configs/base.conf]
<^>cipher AES-256-GCM<^>
<^>auth SHA256<^>
Fügen Sie dann die Anweisung key-direction an einer beliebigen Stelle in der Datei hinzu. Sie müssen diesen Wert auf „1“ festlegen, damit das VPN auf dem Client-Computer korrekt funktioniert:
[environment second]
[label ~/client-configs/base.conf]
<^>key-direction 1<^>
Fügen Sie abschließend ein paar auskommentierte Zeilen hinzu, um verschiedene Methoden zu bearbeiten, die Linux-basierte VPN-Clients zur DNS-Auflösung verwenden. Sie fügen zwei ähnliche, aber separate Sets auskommentierte Zeilen hinzu. Das erste Set ist für Clients, die für die Verwaltung von DNS *nicht* systemd-resolved verwenden. Diese Clients verlassen sich auf das Dienstprogramm resolvconf, um DNS-Informationen für Linux-Clients zu aktualisieren.
[environment second]
[label ~/client-configs/base.conf]
<^>; script-security 2<^>
<^>; up /etc/openvpn/update-resolv-conf<^>
<^>; down /etc/openvpn/update-resolv-conf<^>
Fügen Sie jetzt ein weiteres Zeilenset für Clients hinzu, die für DNS-Auflösung systemd-resolved verwenden:
[environment second]
[label ~/client-configs/base.conf]
<^>; script-security 2<^>
<^>; up /etc/openvpn/update-systemd-resolved<^>
<^>; down /etc/openvpn/update-systemd-resolved<^>
<^>; down-pre<^>
<^>; dhcp-option DOMAIN-ROUTE .<^>
Wenn Sie fertig sind, speichern und schließen Sie die Datei.
Später in [Schritt 13 – Installieren der Client-Konfiguration](#step-13-—-installing-the-client-configuration) dieses Tutorials lernen Sie, wie DNS-Auflösung bei Linux-Clients funktioniert und welcher Abschnitt auskommentiert werden muss.
Als Nächstes erstellen wir ein Skript, das Ihre Basiskonfiguration mit dem entsprechenden Zertifikat, Schlüssel und den Verschlüsselungsdateien kompiliert und platzieren die generierte Konfiguration dann in das Verzeichnis ~/client-configs/files. Öffnen Sie eine neue Datei namens make_config.sh im Verzeichnis ~/client-configs:
[environment second]
nano ~/client-configs/make_config.sh
Fügen Sie der Datei den folgenden Inhalt hinzu:
[environment second]
[label ~/client-configs/make_config.sh]
#!/bin/bash
# First argument: Client identifier
KEY_DIR=~/client-configs/keys
OUTPUT_DIR=~/client-configs/files
BASE_CONFIG=~/client-configs/base.conf
cat ${BASE_CONFIG} \
<(echo -e '<ca>') \
${KEY_DIR}/ca.crt \
<(echo -e '</ca>\n<cert>') \
${KEY_DIR}/${1}.crt \
<(echo -e '</cert>\n<key>') \
${KEY_DIR}/${1}.key \
<(echo -e '</key>\n<tls-crypt>') \
${KEY_DIR}/ta.key \
<(echo -e '</tls-crypt>') \
> ${OUTPUT_DIR}/${1}.ovpn
Wenn Sie fertig sind, speichern und schließen Sie die Datei.
Bevor Sie fortfahren, markieren Sie diese Datei als ausführbar, indem Sie Folgendes eingeben:
[environment second]
chmod 700 ~/client-configs/make_config.sh
Dieses Skript erstellt eine Kopie der von Ihnen angelegten Datei base.conf, sammelt alle für Ihren Client erstellten Zertifikate und Schlüsseldateien, extrahiert ihre Inhalte, fügt sie der Kopie der Basiskonfigurationsdatei an und exportiert alle Inhalte in eine neue Client-Konfigurationsdatei. Das bedeutet, dass alle erforderlichen Informationen an einem Ort gespeichert werden und die Konfiguration des Clients, die Zertifikate und Schlüsseldateien nicht getrennt verwaltet werden müssen. Der Vorteil besteht darin, dass Sie, falls Sie einmal einen Client hinzufügen müssen, einfach dieses Skript ausführen können, um rasch die neue Konfigurationsdatei zu erstellen. Dabei wird sichergestellt, dass alle wichtigen Informationen an einem einzigen, einfach zugänglichen Ort gespeichert werden.
Bitte beachten Sie, dass bei jedem Hinzufügen eines neuen Clients neue Schlüssel und Zertifikate für ihn generiert werden müssen, bevor Sie dieses Skript ausführen und die entsprechende Konfigurationsdatei generieren können. Im nächsten Schritt können Sie die Verwendung dieses Skripts üben.
Schritt 12 — Generieren von Client-Konfigurationen
Durch Befolgung der Anweisungen im Leitfaden haben Sie in Schritt 6 ein Client-Zertifikat und einen Schlüssel namens client1.crt bzw. client1.key erstellt. Sie können eine Konfigurationsdatei für diese Anmeldedaten generieren, indem Sie in das Verzeichnis ~/client-configs wechseln und das am Ende des vorherigen Schrittes erstellte Skript ausführen:
[environment second]
cd ~/client-configs
./make_config.sh <^>client1<^>
Dadurch wird eine Datei namens client1.ovpn in Ihrem Verzeichnis ~/client-configs/files erstellt:
[environment second]
ls ~/client-configs/files
[environment second]
[secondary_label Output]
client1.ovpn
Sie müssen diese Datei auf das Gerät übertragen, das Sie als Client verwenden wollen. Das könnte beispielsweise Ihr lokaler Computer oder ein mobiles Gerät sein.
Die genauen Anwendungen, die zur Durchführung dieser Übertragung eingesetzt werden, hängen zwar vom Betriebssystem Ihres Geräts und Ihren persönlichen Präferenzen ab, aber die Verwendung von SFTP (SSH File Transfer Protocol) oder SCP (Secure Copy) im Backend ist ein zuverlässiges und sicheres Verfahren. Damit werden die VPN-Authentifizierungsdateien Ihres Clients über eine verschlüsselte Verbindung übertragen.
Hier sehen Sie das Beispiel eines SFTP-Befehls, den Sie von Ihrem lokalen Computer (macOS oder Linux) ausführen können. Damit wird die Datei <^>client1.ovpn<^> kopiert, die wir im letzten Schritt in Ihrem Stammverzeichnis erstellt haben:
[environment local]
sftp <^>sammy<^>@<^>openvpn_server_ip<^>:client-configs/files/client1.ovpn ~/
Hier sind einige Tools und Tutorials für die sichere Übertragung von Dateien vom OpenVPN-Server auf einen lokalen Computer:
Schritt 13 — Installieren der Client-Konfiguration
Dieser Abschnitt behandelt die Installation eines Client-VPN-Profils auf Windows, macOS, Linux, iOS und Android. Keine dieser Client-Anleitungen bauen aufeinander auf. Daher können Sie je nach verwendetem Gerät direkt zur entsprechenden Anleitung navigieren.
Die OpenVPN-Verbindung hat den gleichen Namen wie die von Ihnen benannte Datei .ovpn. In diesem Tutorial bedeutet dies, dass die Verbindung den Namen client1.ovpn erhält, was sich mit der von Ihnen erzeugten ersten Client-Datei deckt.
Windows
Installation
Laden Sie die OpenVPN-Client-Anwendung für Windows von der OpenVPN-Downloadseite herunter. Wählen Sie das entsprechende Installationsprogramm für Ihre Windows-Version aus.
Anmerkung: OpenVPN benötigt für die Installation Administratorrechte.
Nach der Installation von OpenVPN kopieren Sie die Datei .ovpn auf:
[environment local]
C:\Program Files\OpenVPN\config
Beim Starten von OpenVPN lokalisiert es automatisch das Profil und stellt es zur Verfügung.
Sie müssen OpenVPN bei jedem Einsatz, auch durch Administratorkonten, als Administrator ausführen. Wenn Sie nicht bei jeder Verwendung des VPN mit der rechten Maustaste klicken und Als Administrator ausführen auswählen möchten, müssen Sie von einem Administratorkonto aus eine Voreinstellung vornehmen. Das bedeutet auch, dass Standardbenutzer zur Verwendung von OpenVPN das Passwort des Administrators eingeben müssen. Andererseits können Standardbenutzer nur dann eine korrekte Verbindung mit dem Server herstellen, wenn die OpenVPN-Anwendung auf dem Client Administrationsrechte hat. Somit sind die höheren Berechtigungen notwendig.
Um die OpenVPN-Anwendung so einzustellen, dass sie immer als Administrator ausgeführt wird, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das entsprechende Verknüpfungssymbol und gehen zu Eigenschaften. Klicken Sie im unteren Teil der Registerkarte Kompatibilität auf die Schaltfläche Einstellungen für alle Benutzer ändern. Aktivieren Sie im neuen Fenster Programm als Administrator ausführen.
Verbindungsherstellung
Jedes Mal, wenn Sie die OpenVPN-GUI starten, fragt Windows Sie, ob das Programm Änderungen an Ihrem Computer vornehmen darf. Klicken Sie auf Ja. Durch das Starten der OpenVPN-Client-Anwendung wird nur das Applet in die Taskleiste eingefügt, damit Sie je nach Bedarf die Verbindung mit dem VPN herstellen und trennen können; es stellt die VPN-Verbindung nicht tatsächlich her.
Sobald OpenVPN gestartet wird, stellen Sie eine Verbindung her, indem Sie zum Taskleisten-Applet navigieren und mit der rechten Maustaste auf das OpenVPN-Applet-Symbol klicken. Dadurch wird das Kontextmenü geöffnet. Wählen Sie client1 oben im Menü (hierbei handelt es sich um Ihr client1.ovpn-Profil) und anschließend Verbinden.
Ein Statusfenster wird geöffnet und zeigt die Protokollausgabe an, während die Verbindung hergestellt wird. Sobald der Client verbunden ist, erscheint eine Meldung.
Trennen Sie die Verbindung mit dem VPN in der gleichen Weise: Gehen Sie zum Taskleisten-Applet, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das OpenVPN-Applet-Symbol, wählen Sie das Client-Profil und klicken Sie auf Verbindung trennen.
macOS
Installation
Tunnelblick ist ein kostenloser Open-Source-OpenVPN-Client für macOS. Sie können das neueste Datenträgerabbild von der Tunnelblick-Downloadseite herunterladen. Doppelklicken Sie auf die heruntergeladene Datei .dmg und befolgen Sie die Aufforderungen zur Installation.
Am Ende des Installationsprozesses fragt Tunnelblick Sie, ob Sie Konfigurationsdateien haben. Antworten Sie Ich habe Konfigurationsdateien und lassen Sie Tunnelblick den Vorgang beenden. Öffnen Sie ein Finder-Fenster und doppelklicken Sie auf client1.ovpn. Tunnelblick installiert das Client-Profil. Administratorrechte sind erforderlich.
Verbindungsherstellung
Starten Sie Tunnelblick, indem Sie auf das Tunnelblick-Symbol im Ordner Anwendungen doppelklicken. Nach dem Starten von Tunnelblick befindet sich oben rechts am Bildschirm in der Menüleiste ein Tunnelblick-Symbol zur Steuerung von Verbindungen. Klicken Sie auf das Symbol und dann auf den Menüpunkt Connect client1, um die VPN-Verbindung herzustellen.
Linux
Installation
Wenn Sie Linux verwenden, gibt es eine Vielzahl von Tools, die Sie je nach Distribution verwenden können. Ihre Desktop-Umgebung oder Ihr Fenstermanager enthält möglicherweise auch Verbindungs-Utilitys.
Die universellste Art der Verbindungsherstellung besteht jedoch darin, einfach die OpenVPN-Software zu verwenden.
Unter Ubuntu oder Debian können Sie sie wie auf dem Server installieren, indem Sie Folgendes eingeben:
[environment local]
sudo apt update
sudo apt install openvpn
Unter CentOS können Sie die EPEL-Repositorys aktivieren und dann installieren, indem Sie Folgendes eingeben:
[environment local]
sudo dnf install epel-release
sudo dnf install openvpn
Konfigurieren von Clients, die systemd-resolved verwenden
Ermitteln Sie zuerst, ob Ihr System systemd-resolved verwendet, um DNS-Auflösung zu bearbeiten, indem Sie die Datei /etc/resolv.conf überprüfen:
[environment local]
cat /etc/resolv.conf
[secondary_label Output]
[environment local]
# This file is managed by man:systemd-resolved(8). Do not edit.
. . .
nameserver <^>127.0.0.53<^>
options edns0
Wenn Ihr System so konfiguriert ist, dass für DNS-Auflösung systemd-resolved verwendet wird, lautet die IP-Adresse nach der Option nameserver 127.0.0.53. Es sollte in der Datei auch Kommentare geben (wie der angezeigten Ausgabe), die erklären, wie systemd-resolved die Datei verwaltet. Wenn Sie eine andere IP-Adresse haben als 127.0.0.53, dann nutzt Ihr System systemd-resolved wahrscheinlich nicht und Sie können mit dem nächsten Abschnitt zum Konfigurieren von Linux-Clients fortfahren, die stattdessen ein Skript update-resolv-conf haben.
Um diese Clients zu unterstützen, installieren Sie zuerst das Paket openvpn-systemd-resolved. Es bietet Skripts, die systemd-resolved dazu zwingen, den VPN-Server für die DNS-Auflösung zu verwenden.
[environment local]
sudo apt install openvpn-systemd-resolved
Nachdem das Paket installiert ist, konfigurieren Sie den Client so, dass er es verwendet und alle DNS-Abfragen über die VPN-Schnittstelle sendet. Öffnen Sie die VPN-Datei des Clients:
[environment local]
nano <^>client1<^>.ovpn
Heben Sie jetzt die Auskommentarierung der folgenden Zeilen, die Sie zuvor hinzugefügt haben, auf:
[label client1.ovpn]
[environment local]
script-security 2
up /etc/openvpn/update-systemd-resolved
down /etc/openvpn/update-systemd-resolved
down-pre
dhcp-option DOMAIN-ROUTE .
Konfigurieren von Clients, die update-resolv-conf verwenden
Wenn Ihr System nicht systemd-resolved verwendet, um DNS zu verwalten, überprüfen Sie, ob Ihre Distribution ein Skript /etc/openvpn/update-resolv-conf enthält:
[environment local]
ls /etc/openvpn
[secondary_label Output]
[environment local]
update-resolv-conf
Wenn Ihr Client die Datei update-resolv-conf enthält, bearbeiten Sie als Nächstes die OpenVPN-Client-Konfigurationsdatei, die Sie zuvor übertragen haben:
[environment local]
nano <^>client1<^>.ovpn
Heben Sie die Auskommentierung der drei Zeilen, die Sie hinzugefügt haben, um die DNS-Einstellungen anzupassen, auf:
[label client1.ovpn]
[environment local]
script-security 2
up /etc/openvpn/update-resolv-conf
down /etc/openvpn/update-resolv-conf
Wenn Sie CentOS verwenden, ändern Sie die Anweisung group von nogroup auf nobody, um sie an die verfügbaren Gruppen der Distribution anzugleichen:
[label client1.ovpn]
[environment local]
group <^>nobody<^>
Speichern und schließen Sie die Datei.
Verbindungsherstellung
Jetzt können Sie eine Verbindung zum VPN herstellen, indem Sie mit dem Befehl openvpn auf die Client-Konfigurationsdatei zeigen:
[environment local]
sudo openvpn --config <^>client1<^>.ovpn
Dies sollte Sie mit Ihrem VPN verbinden.
Anmerkung: Wenn Ihr Client systemd-resolved zum Verwalten von DNS verwendet, überprüfen Sie, ob die Einstellungen korrekt angewendet werden, indem Sie den Befehl systemd-resolve --status wie folgt ausführen:
[environment local]
systemd-resolve --status tun0
Sie sollten eine Ausgabe wie die folgende sehen:
[secondary_label Output]
[environment local]
Link 22 (<^>tun0<^>)
. . .
DNS Servers: <^>208.67.222.222<^>
<^>208.67.220.220<^>
DNS Domain: <^>~.<^>
Wenn Sie die IP-Adressen der DNS-Server, die Sie auf dem OpenVPN-Server konfiguriert haben, zusammen mit der ~.-Einstellung für *DNS Domain* in der Ausgabe sehen, dann haben Sie Ihren Client richtig so konfiguriert, dass er die DNS-Auflösung des VPN-Servers verwendet. Sie können auch überprüfen, ob Sie DNS-Abfragen über das VPN senden, indem Sie eine Site wie DNS leak test.com verwenden.
iOS
Installation
Suchen Sie im iTunes App Store nach OpenVPN Connect, der offiziellen iOS OpenVPN-Client-Anwendung, und installieren Sie sie. Um Ihre iOS-Client-Konfiguration auf das Gerät zu übertragen, schließen Sie es direkt an einen Computer an.
Der Vorgang zum Abschließen der Übertragung mit iTunes wird hier beschrieben. Öffnen Sie iTunes auf dem Computer und klicken Sie auf iPhone > Apps. Scrollen Sie nach unten zum Abschnitt File Sharing und klicken Sie auf die OpenVPN-App. Das leere Fenster auf der rechten Seite, OpenVPN-Dokumente, dient zum Freigeben von Dateien. Ziehen Sie die Datei .ovpn in das Fenster OpenVPN-Dokumente. !iTunes zeigt das zum Laden bereite VPN-Profil auf dem iPhone
Starten Sie jetzt die OpenVPN-App auf dem iPhone. Sie erhalten eine Benachrichtigung, dass ein neues Profil zum Import bereit ist. Tippen Sie auf das grüne Pluszeichen, um es zu importieren.
!Die OpenVPN iOS-App zeigt ein neues Profil an, das zum Import bereit ist Verbindung wird hergestellt
OpenVPN kann jetzt mit dem neuen Profil verwendet werden. Starten Sie die Verbindung, indem Sie die Taste Connect in die Position On schieben. Trennen Sie die Verbindung, indem Sie dieselbe Taste in die Position Off schieben.
Anmerkung: Der VPN-Switch unter Einstellungen kann nicht zur Verbindung mit dem VPN verwendet werden. Wenn Sie es versuchen, erhalten Sie eine Mitteilung, die Verbindung nur mit der OpenVPN-App herzustellen.
Android
Installation
Öffnen Sie den Google Play Store. Suchen und installieren Sie Android OpenVPN Connect, die offizielle Android OpenVPN-Client-Anwendung.
Sie können das Profil .ovpn übertragen, indem Sie das Android-Gerät per USB an Ihren Computer anschließen und die Datei kopieren. Wenn Sie einen SD-Kartenleser haben, können Sie auch die SD-Karte des Geräts entfernen, das Profil auf sie kopieren und dann die Karte wieder in das Android-Gerät einlegen.
Starten Sie die OpenVPN-App und tippen Sie auf das Menü FILE, um das Profil zu importieren.
Navigieren Sie dann zum Speicherort des Profils (im Screenshot wird /storage/emulated/0/openvpn verwendet) und wählen Sie Ihre Datei .ovpn aus. Tippen Sie auf die Schaltfläche IMPORT, um das Importieren dieses Profils zu beenden.
Verbindung wird hergestellt Sobald das Profil hinzugefügt wurde, sehen Sie einen Bildschirm wie diesen:
Tippen Sie zum Verbinden auf die Umschalttaste in der Nähe des Profils, das Sie verwenden möchten. Sie sehen Echtzeitdaten zu Ihrer Verbindung sowie zu dem über Ihren OpenVPN-Server geleiteten Datenverkehr: !Die OpenVPN-App für Android, die mit dem VPN verbunden ist
Zum Trennen der Verbindung tippen Sie einfach erneut auf die Umschalttaste oben links. Sie werden aufgefordert, zu bestätigen, dass Sie die Verbindung zu Ihrem VPN trennen möchten.
Schritt 14 — Testen Ihrer VPN-Verbindung (optional)
Anmerkung: Diese Methode zum Testen Ihrer VPN-Verbindung funktioniert nur dann, wenn Sie sich im Schritt 7 bei der Bearbeitung der Datei server.conf für OpenVPN dazu entschieden haben, den gesamten Verkehr über das VPN zu leiten.
Sobald alles installiert ist, wird durch eine einfache Überprüfung bestätigt, dass alles ordnungsgemäß funktioniert. Öffnen Sie einen Browser, ohne dass eine VPN-Verbindung aktiviert ist, und rufen Sie DNSLeakTest auf.
Die Site gibt die von Ihrem Internetdienstanbieter zugewiesene IP-Adresse zurück und zeigt, wie Sie dem Rest der Welt erscheinen. Um Ihre DNS-Einstellungen über dieselbe Website zu überprüfen, klicken Sie auf Erweiterter Test. Dann erfahren Sie, welche DNS-Server Sie verwenden.
Verbinden Sie nun den OpenVPN-Client mit dem VPN Ihres Droplets und aktualisieren Sie den Browser. Jetzt sollte eine völlig andere IP-Adresse (die Ihres VPN-Servers) angezeigt werden. So sehen Sie für die Welt aus. Erneut werden mit Erweiterter Test von DNSLeakTest Ihre DNS-Einstellungen überprüft, und es wird bestätigt, dass Sie jetzt die von Ihrem VPN per Push übertragenen DNS-Resolver verwenden.
Schritt 15 — Sperren von Client-Zertifikaten
Gelegentlich müssen Sie möglicherweise ein Client-Zertifikat sperren, um den weiteren Zugriff auf den OpenVPN-Server zu verhindern.
Folgen Sie dazu dem Beispiel im Abschnitt _Sperren eines Zertifikats_ im voraussetzenden Tutorial Erstellen und Konfigurieren einer Zertifizierungsstelle unter Ubuntu 20.04.
Sobald Sie ein Zertifikat für einen Client mit diesen Anweisungen widerrufen haben, müssen Sie die generierte Datei crl.pem in das Verzeichnis /etc/openvpn/server ihres OpenVPN-Servers kopieren:
[environment second]
sudo cp /tmp/crl.pem /etc/openvpn/server/
Öffnen Sie als Nächstes die OpenVPN-Serverkonfigurationsdatei:
[environment second]
sudo nano /etc/openvpn/server/server.conf
Fügen Sie am Ende der Datei die Option crl-verify hinzu, mit der der OpenVPN-Server angewiesen wird, die Zertifikatsperrliste zu überprüfen, die wir bei jedem Verbindungsversuch erstellt haben:
[environment second]
[label /etc/openvpn/server/server.conf]
crl-verify crl.pem
Speichern und schließen Sie die Datei.
Starten Sie zum Abschluss OpenVPN neu, um die Zertifikatsperre zu implementieren:
[environment second]
sudo systemctl restart openvpn-server@server.service
Der Client sollte mit den alten Anmeldedaten keine Verbindung mehr zum Server herstellen können.
Um weitere Clients zu sperren, gehen Sie wie folgt vor:
- Sperren Sie das Zertifikat mit dem Befehl
./easyrsa revoke <^>client_name<^>
- Generieren Sie eine neue CRL
- Übertragen Sie die neue Datei
crl.pemauf Ihren OpenVPN-Server und kopieren Sie sie in das Verzeichnis/etc/openvpn/server/, um die alte Liste zu überschreiben
- Starten Sie den OpenVPN-Dienst neu.
Mit diesem Vorgang können Sie alle zuvor für Ihren Server ausgestellten Zertifikate sperren.
Zusammenfassung
Sie sollten nun über ein voll funktionsfähiges virtuelles privates Netzwerk verfügen, das auf Ihrem OpenVPN-Server läuft. Sie können im Internet surfen und Inhalte herunterladen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass böswillige Akteure Ihre Aktivitäten verfolgen.
Sie können noch verschiedene weitere Schritte ausführen, um Ihr OpenVPN anzupassen. Beispielsweise können Sie Ihren Client so konfigurieren, dass er sich automatisch mit dem VPN verbindet oder client-spezifische Regeln und Zugriffsrichtlinien konfigurieren. Konsultieren Sie für diese und andere Anpassungen des OpenVPN die offizielle OpenVPN-Dokumentation.
Um weitere Clients zu konfigurieren, müssen Sie nur den Schritten 6 und 11 – 13 für jedes zusätzliche Gerät folgen. Um den Zugriff auf Clients zu sperren, führen Sie einfach Schritt 15 aus.